Mieterservice

1. September 2026

Weitere Beschränkung der Lex Koller; Eigengoal der Politik in Bern?

Der Bundesrat möchte die bestehenden Vorschriften gegen den Erwerb von Liegenschaften für Ausländer, Lex Koller, weiter verschärfen. So soll zukünftig ein Investitionsverbot für ausländisches Geld in Immobilienfonds, generell in kollektive Anlageprodukte und in vermietete Gewerbeliegenschaften, umgesetzt werden. Die Zürcher SP Nationalrätin Jacqueline Badran droht bereits mit einer Volksinitiative, wenn das Parlament diese neuen Regeln nicht umsetzen wird.

Was sind die Folgen einer Beschränkung:

In der Schweiz halten die Immobilienfonds knapp CHF 80 Milliarden Immobilien, daran sind je nach Schätzung ausländische Investoren mit rund CHF 5 Milliarden beteiligt. Eine Umsetzung der Beschränkungen entzieht diesem wichtigen Teil vom Immobilienmarkt Vertrauen und Kapital, das wohl mit Desinvestionen wieder besorgt werden müsste. Von dem Verlust der Attraktivität wären auch Schweizer Pensionskassen betroffen, die erhebliche Mittel in entsprechende Immobilienfonds investieren. Die vorgesehenen Markteingriffe lösen weder die Probleme im Wohnungsmarkt noch bei der Zuwanderung.

Der Bund hatte Fahrländer Partner beauftragt, die Folgen dieser geplanten Änderungen zu beurteilen. Obwohl die Spezialisten dem Vorhaben als Ganzes ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellen, wurde dies vom Bundesrat in die Vernehmlassung geschickt.

Schweizer Werte als Erfolgsmodell:

Die Schweiz ist sehr gut damit gefahren, als beständiger und sicherer Partner wahrgenommen zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass eine vernünftige, ganzheitliche Schweizer Politik in Bern dieses Eigengoal verhindern kann.

(Link zum Bericht von Fahrländer Partner: https://cms.news.admin.ch/fileservice/sdweb-docs-prod-nsbcch-files/files/2026/04/15/9051812d-5dfe-402c-8fc2-fa32b96ee4af.pdf )

Marcel Manser
Partner | Verwaltungsratspräsident IT3 Immobilien + Treuhand AG